E-Bike & S-Pedelec Bausätze | Neutron-Sbike Selbstbau

Der Selbstbau von E-Bikes und S-Pedelecs erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Immer mehr technikaffine Radfahrer entscheiden sich dafür, ihr konventionelles Fahrrad mit einem Umrüstsatz in ein leistungsstarkes Elektrofahrrad zu verwandeln. Diese DIY-Lösung bietet nicht nur erhebliches Einsparpotenzial gegenüber Komplettfahrzeugen, sondern ermöglicht auch individuelle Anpassungen nach persönlichen Vorstellungen. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wissenswerte über E-Bike und S-Pedelec Bausätze, rechtliche Rahmenbedingungen, technische Komponenten und worauf Sie beim Selbstbau unbedingt achten sollten.

🚴 E-Bike & S-Pedelec Selbstbau-Revolution

Ihr Weg zum individuellen Elektrofahrrad – kostengünstig, leistungsstark und nach Ihren Wünschen

Was ist ein E-Bike Bausatz?

Ein E-Bike Bausatz, auch Conversion Kit oder Umrüstsatz genannt, ist ein komplettes Set aus Komponenten, mit dem Sie Ihr herkömmliches Fahrrad in ein Elektrofahrrad umwandeln können. Im Jahr 2025 hat sich der Markt für Umbausätze erheblich professionalisiert – die Systeme sind ausgereifter, zuverlässiger und bieten beeindruckende Leistungsdaten bei gleichzeitig sinkenden Preisen.

40-70% Kostenersparnis gegenüber Fertig-E-Bikes
250-5000W Verfügbare Motorleistungen
2-4h Durchschnittliche Einbauzeit
48-72V Gängige Systemspannungen

Grundlegende Komponenten eines Bausatzes

🔋 Elektromotor

Das Herzstück des Systems – verfügbar als Vorderrad-, Hinterrad- oder Mittelmotor. Moderne bürstenlose Motoren bieten Wirkungsgrade von bis zu 85%.

🔌 Akku-System

Lithium-Ionen-Akkus mit 400-1500 Wh Kapazität. Moderne Zellen erreichen über 1000 Ladezyklen bei optimaler Pflege.

🎮 Controller

Die Steuereinheit reguliert Leistung, Geschwindigkeit und Energiefluss. Aktuelle Modelle mit CAN-Bus-Kommunikation.

📱 Display & Bedieneinheit

LCD- oder LED-Display zur Anzeige von Geschwindigkeit, Reichweite, Unterstützungsstufe und Akkustand.

⚙️ Sensoren

Tret-, Geschwindigkeits- und Drehmomentsensoren für optimale Motorsteuerung und natürliches Fahrgefühl.

🔧 Montage-Hardware

Halterungen, Kabel, Stecker und Befestigungsmaterial für professionelle Installation.

Pedelec vs. S-Pedelec: Die entscheidenden Unterschiede

Die rechtliche und technische Unterscheidung zwischen Pedelec und S-Pedelec ist fundamental für Ihre Kaufentscheidung. Seit der StVZO-Novellierung 2024 gelten verschärfte Anforderungen, insbesondere für S-Pedelecs.

KriteriumPedelec (E-Bike 25 km/h)S-Pedelec (E-Bike 45 km/h)
MotorleistungMax. 250 Watt NenndauerleistungMax. 4000 Watt (meist 500-1500W)
Höchstgeschwindigkeit25 km/h mit Motorunterstützung45 km/h mit Motorunterstützung
Rechtliche EinstufungFahrradKleinkraftrad (L1e-B)
FührerscheinNicht erforderlichKlasse AM (ab 16 Jahre) oder Mofa-Prüfbescheinigung
HelmpflichtNein (empfohlen)Ja (geeigneter Schutzhelm gem. ECE-R 22.05 oder 22.06)
VersicherungNicht erforderlich (Privathaftpflicht empfohlen)Kfz-Haftpflicht erforderlich (ca. 60-120€/Jahr)
KennzeichenNeinJa (Versicherungskennzeichen)
RadwegnutzungJa, erlaubtNein (außer „E-Bike frei“ Beschilderung)
BetriebserlaubnisNicht erforderlichCoC-Papiere oder Einzelabnahme erforderlich
Technische AnforderungenStVZO-konforme Beleuchtung, BremsenZusätzlich: Hupe/Klingel, Rückspiegel, Seitenständer
Preis (Bausatz)300-1.500 €800-3.500 €

⚠️ Wichtiger rechtlicher Hinweis

Selbstgebaute S-Pedelecs benötigen eine Einzelabnahme! Ohne gültige Betriebserlaubnis und Versicherung erlischt nicht nur der Versicherungsschutz – Sie machen sich bei Nutzung im öffentlichen Verkehr strafbar. Dies kann zu Geldstrafen bis 2.000 Euro, Punkten in Flensburg und strafrechtlicher Verfolgung führen.

Die Einzelabnahme beim TÜV oder DEKRA kostet zwischen 200-500 Euro und setzt voraus, dass alle verbauten Komponenten den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

Motortypen im Vergleich: Vorderrad, Hinterrad oder Mittelmotor?

Die Wahl des Motortyps beeinflusst maßgeblich Fahrgefühl, Effizienz und Handling Ihres umgerüsteten E-Bikes. Jedes System hat spezifische Vor- und Nachteile.

Vorderradmotor (Front-Hub-Motor)

Vorteile

  • Einfachste Installation (ca. 1-2 Stunden)
  • Günstigster Einstieg (ab 300 Euro)
  • Kompatibel mit allen Schaltungssystemen
  • Wartungsarm
  • Geringes Gewicht (2,5-4 kg)

Nachteile

  • Kopflastiges Fahrverhalten
  • Schlechtere Traktion bei Nässe/Steigungen
  • Höherer Reifenverschleiß
  • Eingeschränkte Bremsleistung bei schweren Lasten
  • Nicht ideal für sportliche Fahrweise

Hinterradmotor (Rear-Hub-Motor)

Vorteile

  • Sehr gute Traktion durch Gewichtsverteilung
  • Sportliches, dynamisches Fahrgefühl
  • Höhere Effizienz als Vorderradmotor
  • Kraftvoller Antrieb bei Steigungen
  • Direktes Ansprechverhalten

Nachteile

  • Aufwendigere Montage (Schaltung, Kassette)
  • Kettenschaltung: Einschränkungen bei der Übersetzung
  • Ausbau bei Reifenpanne komplexer
  • Höheres Gewicht (3,5-5,5 kg)
  • Nicht mit Rücktrittbremse kombinierbar

Mittelmotor (Mid-Drive-Motor)

Vorteile

  • Optimale Gewichtsverteilung (Schwerpunkt tief/zentral)
  • Natürlichstes Fahrgefühl
  • Höchste Effizienz durch Gangschaltungsnutzung
  • Beste Performance bei Steigungen
  • Geringster Reifenverschleiß
  • Leichter Radausbau bei Pannen

Nachteile

  • Aufwendigste Installation (Rahmenkompatibilität nötig)
  • Höchster Preis (ab 800 Euro)
  • Erhöhter Verschleiß an Kette und Kassette
  • Nicht für jeden Rahmen geeignet
  • Professionelle Installation oft empfehlenswert

💡 Empfehlung vom Experten

Für Einsteiger: Hinterradmotor mit 500-750W bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis und einfache Montage bei guter Performance.

Für Enthusiasten: Mittelmotor mit Drehmomentsensor für natürlichstes Fahrgefühl und höchste Effizienz.

Für Cityfahrer: Vorderradmotor mit 250-350W als günstige Einstiegslösung für flaches Gelände.

Rechtliche Rahmenbedingungen beim E-Bike Selbstbau

Die rechtliche Situation für selbstgebaute E-Bikes hat sich 2024/2025 weiter präzisiert. Hier die wichtigsten Regelungen:

Pedelecs bis 25 km/h (250 Watt)

📋 Rechtslage für Standard-Pedelecs

Pedelecs mit maximal 250 Watt Nenndauerleistung und 25 km/h Unterstützungsgrenze gelten als Fahrräder. Für Umbauten gelten folgende Bedingungen:

  • Keine Zulassung erforderlich – solange die Leistungsgrenzen eingehalten werden
  • StVZO-Konformität – funktionsfähige Beleuchtung, Bremsen, Reflektoren
  • CE-Kennzeichnung – Komponenten sollten CE-zertifiziert sein
  • Produkthaftung – Sie tragen Verantwortung für die sichere Funktion
  • Versicherung – über Privathaftpflicht abgedeckt (Deckung prüfen!)

S-Pedelecs bis 45 km/h

⚠️ Strenge Zulassungsvorschriften

S-Pedelecs sind Kleinkrafträder und unterliegen erheblich strengeren Vorschriften:

  • Einzelabnahme zwingend erforderlich (§21 StVZO)
  • Betriebserlaubnis – CoC-Papiere oder nationales Typenschild
  • Versicherungskennzeichen – jährlich zu erneuern (März)
  • Technische Mindestanforderungen:
    • Lichtanlage mit Standlicht
    • Zwei unabhängige Bremssysteme
    • Hupe oder Klingel
    • Rückspiegel (mindestens links)
    • Befestigungspunkt für Versicherungskennzeichen
    • Seitenständer
  • Geschwindigkeitsmesser – geeicht und beleuchtet
  • EMV-Konformität – elektromagnetische Verträglichkeit nachweisen

Ablauf der Einzelabnahme

Schritt 1: Vorbereitung

Sammeln Sie alle Unterlagen: Kaufbelege, CE-Zertifikate, technische Datenblätter aller Komponenten, Fotos des aufgebauten Fahrzeugs.

Schritt 2: Terminvereinbarung

Vereinbaren Sie einen Termin bei TÜV, DEKRA oder GTÜ. Kosten: 200-500 Euro je nach Prüforganisation und Region.

Schritt 3: Technische Prüfung

Der Prüfer kontrolliert alle sicherheitsrelevanten Komponenten, Bremsen, Beleuchtung, Bereifung und dokumentiert die Leistungsdaten.

Schritt 4: Gutachten & Betriebserlaubnis

Bei positiver Prüfung erhalten Sie ein Gutachten nach §21 StVZO. Damit beantragen Sie bei der Zulassungsstelle die Betriebserlaubnis.

Schritt 5: Versicherung & Kennzeichen

Mit der Betriebserlaubnis schließen Sie eine Kfz-Haftpflicht ab und erhalten Ihr Versicherungskennzeichen.

Tuning & Leistungssteigerung – Die rechtlichen Grenzen

🚫 Illegales Tuning: Schwerwiegende Konsequenzen

Das Entdrosseln von Pedelecs oder das Überschreiten der Leistungsgrenzen ist kein Kavaliersdelikt:

  • Straftatbestand: Fahren ohne Versicherungsschutz (§6 PflVG) – Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis 1 Jahr
  • Verwaltungsdelikt: Fahren ohne Betriebserlaubnis – Bußgeld bis 2.000 Euro
  • Zivilrechtlich: Bei Unfällen voller Schadensersatz, keine Leistungen der eigenen Versicherung
  • Strafrechtlich: Bei Personenschäden fahrlässige Körperverletzung
  • Verkehrsrechtlich: Punkte in Flensburg, ggf. Führerscheinentzug

Kosten-Nutzen-Analyse: Selbstbau vs. Fertig-E-Bike

Eine realistische Kostenbetrachtung hilft bei der Entscheidungsfindung. Stand 2025 haben sich die Preise sowohl für Bausätze als auch Fertigräder durch Skaleneffekte und technologische Fortschritte stabilisiert.

Kostenaufstellung Pedelec-Umbau (25 km/h)

Budget-Variante

Gesamtkosten: 450-700 €
  • Vorderrad-Motor (250W): 280-400 €
  • Akku (36V, 10Ah): 150-250 €
  • Controller & Display: 20-50 €
  • Zubehör & Montage: 30-80 €

Vergleich Fertigrad: 1.200-1.800 € → Ersparnis: 63%

Mittelklasse-Variante

Gesamtkosten: 900-1.400 €
  • Hinterrad-Motor (500W): 450-650 €
  • Akku (48V, 15Ah): 350-550 €
  • Controller & LCD-Display: 80-150 €
  • Zubehör & Montage: 50-100 €

Vergleich Fertigrad: 2.200-3.200 € → Ersparnis: 56%

Premium-Variante

Gesamtkosten: 1.500-2.200 €
  • Mittelmotor (250W, Drehmomentsensor): 700-1.100 €
  • Akku (48V, 20Ah): 500-750 €
  • Premium-Controller & Color-Display: 200-300 €
  • Zubehör & Installation: 100-150 €

Vergleich Fertigrad: 3.500-5.000 € → Ersparnis: 57%

Kostenaufstellung S-Pedelec-Umbau (45 km/h)

Einsteiger S-Pedelec

Gesamtkosten: 1.400-2.000 €
  • Motor (1000W): 500-700 €
  • Akku (48V, 20Ah): 500-700 €
  • Controller, Display, Sensoren: 150-250 €
  • Zusatzausrüstung (Spiegel, Hupe, etc.): 80-150 €
  • Einzelabnahme: 200-350 €
  • Versicherung (1. Jahr): 60-100 €

Vergleich Fertigrad: 3.800-5.500 € → Ersparnis: 63%

High-Performance S-Pedelec

Gesamtkosten: 2.500-3.800 €
  • Motor (1500-3000W): 900-1.500 €
  • Akku (52V/72V, 30Ah): 900-1.500 €
  • Premium-Controller & TFT-Display: 300-500 €
  • Hochwertige Zusatzausrüstung: 150-250 €
  • Einzelabnahme: 300-500 €
  • Versicherung (1. Jahr): 80-120 €

Vergleich Fertigrad: 6.500-9.000 € → Ersparnis: 62%

Versteckte Kosten & zusätzliche Überlegungen

Zusätzliche Kostenfaktoren einplanen:

  • Werkzeug: Spezialwerkzeug für Montage (Speichenschlüssel, Drehmomentschlüssel) – 50-150 €
  • Verstärkungen: Eventuell stärkere Felgen, Speichen, Bremsen – 100-300 €
  • Nachrüstung: Besserer Sattel, Griffe, Pedale für Komfort – 50-200 €
  • Verschleiß: Erhöhter Ketten-, Kassetten- und Reifenverschleiß
  • Wartung: Jährliche Inspektion und Akkupflege
  • Zeit: Einarbeitung, Recherche, Montage (10-20 Stunden)

Schritt-für-Schritt: Installation eines E-Bike Bausatzes

Die Installation erfordert handwerkliches Geschick, aber mit der richtigen Anleitung ist sie für technisch versierte Personen durchaus machbar. Hier die detaillierte Vorgehensweise am Beispiel eines Hinterradmotors.

Voraussetzungen & Werkzeug

🔧 Benötigtes Werkzeug

  • Maulschlüssel-Satz (8-19mm)
  • Inbusschlüssel-Satz
  • Drehmomentschlüssel (2-25 Nm)
  • Speichenschlüssel
  • Seitenschneider & Abisolierzange
  • Kabelbinder & Isolierband
  • Multimeter (zur Fehlerdiagnose)

✅ Vorbereitungen

  • Arbeitsplatz mit ausreichend Platz
  • Montageständer oder stabile Aufhängung
  • Alle Komponenten auspacken und prüfen
  • Anleitung des Herstellers studieren
  • Fotos vom Originalzustand machen
  • 2-4 Stunden Zeit einplanen

Installationsablauf Hinterradmotor

Phase 1: Demontage (30-45 Min.)
  • Hinterrad ausbauen (Schnellspanner oder Steckachse lösen)
  • Kassette/Ritzel vom alten Rad auf Motorrad übertragen
  • Bremsscheibe montieren (falls Scheibenbremse vorhanden)
  • Reifendruck prüfen, ggf. Schlauch/Reifen wechseln
Phase 2: Motorrad einbauen (45-60 Min.)
  • Motorkabel durch Rahmen nach vorne führen (Schutz verwenden!)
  • Motorrad in Ausfallenden positionieren
  • Kettenspannung korrekt einstellen
  • Achsmuttern mit korrektem Drehmoment anziehen (30-40 Nm)
  • Drehmomentarm sicher am Rahmen befestigen
Phase 3: Elektronik installieren (60-90 Min.)
  • Controller im Rahmen oder in Tasche montieren
  • Akku-Halterung am Rahmen befestigen (Flaschenhalter oder Gepäckträger)
  • Display am Lenker anbringen (gute Ablesbarkeit prüfen)
  • Brems-Sensoren an Bremshebeln installieren (Motor-Cutoff)
  • Geschwindigkeitssensor am Rahmen montieren (Speichenmagnet)
  • Gas-/Daumengasgriff montieren (falls gewünscht)
Phase 4: Verkabelung (45-75 Min.)
  • Alle Steckverbindungen gemäß Schaltplan verbinden
  • Kabel ordentlich verlegen und mit Kabelbindern sichern
  • Auf Scheuerstellen achten (besonders an scharfen Kanten)
  • Wasserdichte Verbindungen sicherstellen
  • Kabelschlaufen für Lenkbewegung vorsehen
Phase 5: Test & Konfiguration (30-45 Min.)
  • Visuelle Kontrolle aller Verbindungen
  • Akku aufladen und anschließen
  • Display-Einstellungen vornehmen (Radgröße, Leistungsstufen)
  • Funktionstest ohne Last (Rad frei drehen lassen)
  • Brems-Cutoff testen (Motor muss sofort stoppen)
  • Erste Probefahrt auf privatem Gelände
  • Feinabstimmung der Unterstützungsstufen

⚠️ Sicherheitshinweise bei der Installation

  • Niemals am System arbeiten bei angeschlossenem Akku!
  • Drehmomente exakt einhalten – zu fest kann Gewinde beschädigen, zu locker ist gefährlich
  • Motorkabel nicht knicken oder quetschen
  • Wasserdichte Verbindungen verwenden (IP65 mindestens)
  • Bei Unsicherheit: Fachhändler konsultieren
  • Erste Testfahrten nur auf privatem Gelände (für S-Pedelecs zwingend!)

Einstellungen & Programmierung

Moderne E-Bike Controller bieten umfangreiche Einstellmöglichkeiten. Die korrekte Konfiguration ist entscheidend für Leistung, Reichweite und Sicherheit.

Grundeinstellungen
  • Radumfang (in mm)
  • Systemspannung (36V/48V/52V)
  • Motortyp & Polzahl
  • Maximale Geschwindigkeit
  • Anzahl PAS-Stufen (3-9)
Erweiterte Parameter
  • Strombegrenzung (Ampere)
  • Beschleunigungskurve
  • PAS-Sensitivität
  • Unterspannungsschutz
  • Temperaturüberwachung
Feintuning
  • Soft-Start-Funktion
  • Schiebehilfe (6 km/h)
  • Cruise Control
  • Rekuperationsmodus
  • Lichtsteuerung

Akku-Technologie: Das Herzstück Ihres E-Bikes

Der Akku ist die teuerste Komponente und bestimmt maßgeblich Reichweite, Lebensdauer und Performance. Moderne Lithium-Ionen-Akkus haben sich als Standard etabliert, aber auch hier gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede.

Akku-Chemie im Vergleich

ZellentypEnergiedichteLadezyklenVorteileNachteile
18650 (Standard)250 Wh/kg500-800Günstig, weit verbreitet, erprobtGeringere Dichte, schwerer
21700 (Modern)270 Wh/kg800-1200Besseres Preis-Leistungs-Verhältnis, länger haltbarEtwas teurer
32650 (Power)220 Wh/kg600-1000Hohe Entladeraten, robustSchwerer, geringere Energiedichte
Pouch-Zellen280 Wh/kg1000-1500Leicht, kompakt, hohe KapazitätTeuer, empfindlicher
LiFePO4160 Wh/kg2000-3000Sehr sicher, extrem langlebigSchwer, geringe Energiedichte, teuer

Akkukapazität & Reichweite richtig kalkulieren

Die theoretische Reichweite lässt sich nach folgender Formel berechnen:

📐 Reichweiten-Formel

Reichweite (km) = (Akku-Kapazität in Wh × Wirkungsgrad) / Durchschnittsverbrauch in Wh/km

Beispiel: 750 Wh Akku × 0,85 Wirkungsgrad / 12 Wh/km = ca. 53 km

Der tatsächliche Verbrauch hängt stark von Fahrstil, Gelände, Gegenwind, Reifendruck und Gewicht ab.

8-12 Wh/km Flachland, eco-Modus
12-18 Wh/km Hügelland, normal-Modus
18-25 Wh/km Bergland, sport-Modus
25-40 Wh/km S-Pedelec, Vollgas

Akku-Pflege für maximale Lebensdauer

Goldene Regeln der Akkupflege:

  • Ladezustand 20-80%: Vermeiden Sie Vollladungen und Tiefentladungen für den Alltag
  • Lagerung bei 50-60%: Optimaler Ladezustand für längere Standzeiten
  • Temperatur 15-25°C: Extreme Temperaturen vermeiden (nie unter 0°C laden!)
  • Alle 6 Monate vollladen: Kalibrierung des BMS (Battery Management System)
  • Originales Ladegerät verwenden: Korrekte Ladekurve für maximale Lebensdauer
  • Kontakte reinigen: Korrosion und Schmutz regelmäßig entfernen
  • Mechanische Belastung minimieren: Stöße und Vibrationen reduzieren
  • Nach Regenfahrt trocknen: Feuchtigkeit in Steckverbindungen vermeiden

💡 Profi-Tipp: Akku-Degradation minimieren

Bei korrekter Pflege erreichen moderne Li-Ion-Akkus nach 500 Ladezyklen noch 80% Restkapazität. Das entspricht bei 50 km Reichweite einer Gesamtlaufleistung von 25.000 km – mehr als die meisten E-Bikes in ihrer Lebenszeit zurücklegen!

Investition in Qualität lohnt sich: Markenzellen (Samsung, LG, Panasonic) kosten 30% mehr, halten aber doppelt so lange wie No-Name-Zellen.

Typische Probleme & Troubleshooting

Auch bei sorgfältiger Installation können Probleme auftreten. Hier die häufigsten Fehlerquellen und deren Lösungen.

Motor läuft nicht / kein Power

Mögliche Ursachen:
  • Lose Steckverbindungen
  • Brems-Sensoren aktiviert (Brems-Cutoff)
  • Leerer Akku (Unterspannungsschutz)
  • Defekter PAS-Sensor
  • Fehlerhafte Controller-Einstellungen
Lösungsansätze:
  • Alle Verbindungen überprüfen und neu stecken
  • Bremshebel justieren (Kontakt darf nicht dauerhaft geschlossen sein)
  • Akku laden und Spannung mit Multimeter messen
  • PAS-Sensor auf korrekten Abstand zum Magneten prüfen (2-5mm)
  • Display-Fehlercode auslesen und Anleitung konsultieren

Motor ruckelt oder hat Aussetzer

Mögliche Ursachen:
  • Phasenkabel vertauscht oder lose
  • Hall-Sensor defekt
  • Unzureichende Stromversorgung
  • EMV-Störungen durch andere Geräte
  • Überhitzung des Controllers
Lösungsansätze:
  • Motor-Phasenkabel (3 dicke Kabel) neu anschließen, ggf. Reihenfolge ändern
  • Hall-Sensoren testen (je 5V Spannung bei Drehung)
  • Akku-Kapazität prüfen, ggf. größeren Akku verwenden
  • Kabel neu verlegen (Abstand zu Lichtmaschine, Handy)
  • Controller-Belüftung verbessern, Kühlkörper montieren

Geringe Reichweite

Mögliche Ursachen:
  • Alterung des Akkus
  • Zu niedriger Reifendruck
  • Schleifende Bremsen
  • Unpassende Unterstützungsstufe
  • Starker Gegenwind oder Steigungen
Lösungsansätze:
  • Akku-Zustand testen (Kapazitätsmessung beim Fachhändler)
  • Reifendruck auf Maximalwert erhöhen
  • Bremsen einstellen (Scheiben/Beläge dürfen nicht schleifen)
  • Niedrigere Unterstützungsstufe wählen, mehr selbst treten
  • Fahrstil anpassen (gleichmäßiges Tempo, Schwung nutzen)

Display zeigt Fehlercodes

📱 Häufigste Fehlercodes

  • Error 07: Motor-Hall-Sensor Fehler → Motorverbindung prüfen
  • Error 08: Controller defekt → Austausch erforderlich
  • Error 09: Motor blockiert → Mechanische Überprüfung
  • Error 21: Strom-Sensor Fehler → Controller-Einstellungen prüfen
  • Error 22: Gas-Sensor Fehler → Daumengasgriff justieren/ersetzen
  • Error 25: Brems-Sensor dauerhaft aktiviert → Sensor einstellen
  • Error 30: Kommunikationsfehler Display-Controller → Verkabelung prüfen

Hinweis: Fehlercodes können je nach Hersteller variieren. Konsultieren Sie immer die spezifische Bedienungsanleitung.

Die besten E-Bike Bausätze 2025: Marktübersicht

Der Markt für E-Bike Conversion Kits ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Hier eine Übersicht der führenden Hersteller und ihrer Systeme (Stand: März 2025).

Top-Hersteller im Vergleich

🏆 Bafang

Herkunft: China (Marktführer)

Beliebte Modelle: BBS02B (750W Mittelmotor), BBSHD (1000W), G310 (Hinterrad)

Preisspanne: 450-1.200 €

Besonderheiten: Ausgereifteste Systeme, weltweite Verbreitung, große Community, viele Tuning-Optionen

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐ (9/10)

🥈 Tongsheng

Herkunft: China

Beliebte Modelle: TSDZ2 (250-750W Mittelmotor mit Drehmomentsensor)

Preisspanne: 380-750 €

Besonderheiten: Natürlichstes Fahrgefühl, Drehmomentsensor serienmäßig, Open-Source-Firmware verfügbar

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐½ (8.5/10)

🥉 Voilamart

Herkunft: China

Beliebte Modelle: 26″-28″ Hub-Motoren (250-1500W)

Preisspanne: 280-650 €

Besonderheiten: Budget-freundlich, einfache Installation, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐ (7.5/10)

Swytch

Herkunft: UK

Beliebte Modelle: Swytch Kit (ultraleicht, Vorderrad)

Preisspanne: 800-1.100 €

Besonderheiten: Leichtestes System (nur 3 kg), schnellste Installation (unter 1h), elegantes Design

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐ (8/10)

Pendix

Herkunft: Deutschland

Beliebte Modelle: Pendix eDrive (250W Mittelmotor)

Preisspanne: 1.400-1.800 €

Besonderheiten: Made in Germany, Premium-Qualität, 3 Jahre Garantie, werkzeuglose Montage

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐½ (8.5/10)

Cytronex

Herkunft: UK

Beliebte Modelle: C1 (250W Vorderrad, versteckte Integration)

Preisspanne: 1.200-1.600 €

Besonderheiten: Unsichtbare Integration im Steuerrohr, minimalistisches Design, leicht (2,5 kg Motor)

Bewertung: ⭐⭐⭐⭐ (8/10)

Spezialisierte High-Performance Systeme

⚡ Cyclone

Typ: Hochleistungs-Mittelmotor (1500-3000W)

Preis: 900-1.800 €

Anwendung: Off-Road, Cargo-Bikes, extreme Steigungen

Hinweis: Nur für privates Gelände, keine Straßenzulassung

⚡ QS Motor

Typ: Hochleistungs-Nabenmotor (3000-8000W)

Preis: 1.200-2.800 €

Anwendung: Speedbikes, Racing (nur Privatgelände)

Hinweis: Extremer Verschleiß, professionelle Installation zwingend

⚡ Leafbike

Typ: Anpassbare Hub-Motoren (500-5000W)

Preis: 450-2.200 €

Anwendung: Custom-Builds, DIY-Enthusiasten

Besonderheit: Hohe Konfigurierbarkeit, umfangreiche technische Unterstützung

⚠️ Achtung bei Importen aus Nicht-EU-Ländern

Beim Kauf von Bausätzen außerhalb der EU beachten Sie:

  • Zollgebühren: 19% MwSt. + ggf. Zoll (meist 6% für E-Bike-Komponenten)
  • Lieferzeiten: 2-6 Wochen aus China, mögliche Verzögerungen
  • Garantieabwicklung: Rücksendung oft kostspielig und zeitaufwendig
  • CE